
Sachsen-Franken-Magistrale: Deutsche Bahn startet nächste große Bauetappe zwischen Gößnitz und Zwickau
Streckensperrungen vom 17. August bis 12. Dezember 2026 bündeln zahlreiche Bauarbeiten für eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur • Leistungsfähiges Verkehrskonzept mit Schienenersatzverkehr sorgt für verlässliche Mobilität • Bauablauf in Gößnitz und Werdau angepasst
(Leipzig, 6. August 2026) Die Deutsche Bahn (DB) setzt den Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale konsequent fort. Mit der nächsten großen Bauetappe bündelt die DB InfraGO vom 17. August bis 12. Dezember 2026 umfangreiche Bauarbeiten im Eisenbahnknoten Gößnitz sowie im Bahnhof Werdau. Gleichzeitig passt die DB den Bauablauf in Gößnitz und Werdau an geänderte Rahmenbedingungen an, um die Projekte nachhaltig und mit höchster Qualität fertigzustellen.
Jan Hornig, Leiter Projektportfolio Leipzig/Chemnitzbei DB InfraGO: „Mit der bevorstehenden Bauphase erreichen wir einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale. Die kommenden Monate nutzen wir, um möglichst viele Bauleistungen gebündelt umzusetzen. So schaffen wir Schritt für Schritt die Grundlage für mehr Kapazität, höhere Qualität und einen zuverlässigeren Bahnverkehr in der Region.“
Während der Bauphase setzt die DB zahlreiche zentrale Maßnahmen des Infrastrukturprogramms um. Im Eisenbahnknoten Gößnitz werden unter anderem Gleise und Weichen erneuert sowie die Arbeiten an den Oberleitungsanlagen fortgeführt.
Darüber hinaus werden eine Eisenbahnbrücke in Ponitz sowie zwei Eisenbahnbrücken in Crimmitschau eingeschoben. Zudem setzt die DB die Arbeiten an den Stützwänden entlang der Alexander-Puschkin-Straße in Gößnitz sowie der Kitscherstraße in Crimmitschau fort.
Auch im Bahnhof Werdau nutzt die DB die Bauphase für wesentliche Fortschritte. Dort entstehen zwei neue, jeweils 750 Meter lange Güterzugüberholungsgleise sowie neue Weichen und Signalanlagen. Am zweiten Bahnsteig wird zudem ein Zwischensignal errichtet. Dieses ermöglicht künftig das Kuppeln und Trennen von Zügen und schafft damit die Voraussetzungen für die Angebotserweiterung ab Dezember im S-Bahnverkehr in Richtung Plauen. Gleichzeitig wird der Bahnhof umfassend modernisiert: mit neuen Bahnsteigdächern, moderner Ausstattung wie beispielsweise ein neues Wegleitsystem und Anzeigern und einer grundlegend erneuerten Personenunterführung.
Bauablauf angepasst – Ausbau schreitet weiter voran
Im Zuge der Bauarbeiten mussten einzelne Bauabläufe angepasst werden. Im Knoten Gößnitz führten komplexere Baugrundverhältnisse an der Stützwand entlang der Alexander-Puschkin-Straße zu einer geänderten Bauweise und damit zu einer Anpassung des Terminplans. Gleichzeitig wirken sich die bundesweit hohe Bautätigkeit sowie Engpässe bei hochspezialisiertem Fachpersonal und Materialien in der Leit- und Sicherungstechnik auf den Projektablauf aus.
Die Hauptbaumaßnahmen während der diesjährigen Sperrpause werden dennoch wie geplant umgesetzt. Daran schließen sich Restarbeiten entlang der Strecke sowie die Fertigstellung der Stütz- und Lärmschutzbauwerke an.
Die Inbetriebnahme der noch im Bau befindlichen Gleisanlagen im Bahnhof Gößnitz ist im Rahmen einer weiteren Sperrpause im Jahr 2027 vorgesehen.
Auch beim Projekt „750-Meter-Überholgleise Werdau" verschiebt sich die Inbetriebnahme von Oktober auf Dezember 2026. Ursache ist insbesondere die hohe Auslastung bei Plan- und Abnahmeprüfungen für die Leit- und Sicherungstechnik. Die DB arbeitet gemeinsam mit allen Projektbeteiligten daran, die verbleibenden Risiken weiter zu minimieren und die Maßnahmen schnellstmöglich abzuschließen.
Auswirkungen der Streckensperrung auf den Zugverkehr
Bestimmte Bau-, Prüf- und Abnahmearbeiten sind nur möglich, wenn keine Züge die Strecke befahren. Für die Dauer der Sperrpause hat DB Regio ein umfassendes Verkehrskonzept entwickelt, das den Reisenden auch während der Bauarbeiten eine verlässliche Mobilität ermöglicht.
Ein leistungsfähiger Schienenersatzverkehr mit Bussen sorgt dafür, dass die Verbindungen entlang der gesperrten Strecken aufrechterhalten werden. Die Ersatzverkehre sind auf die Zuganschlüsse abgestimmt und werden durch umfassende Fahrgastinformationen begleitet. Alle Fahrplanänderungen sind rechtzeitig in den digitalen Auskunftssystemen sowie an den Bahnhöfen verfügbar.
Für den Schienenersatzverkehr von DB Regio auf diesem Streckenabschnitt kommen bewährte Konzepte und etablierte Routen zum Einsatz. Geplant sind folgende Ersatzverkehre:
- 17. August bis 22. August 2026: Gößnitz – Zwickau
- 23. August bis 18. Oktober 2026: Altenburg – Zwickau
- 19. Oktober 2026 bis zum Fahrplanwechsel im Dezember: Gößnitz – Zwickau
Planmäßig verkehren ab dem 17. August 2026 keine S-Bahnen der DB Regio mehr bis Zwickau. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember übernimmt die Länderbahn die Verkehre für die SBahnen S5/5x auf diesem Abschnitt.
Leonhard Novak, Netzmanager S-Bahn Mitteldeutschland bei DB Regio Südost: „Für diesen Streckenabschnitt können wir auf langjährige Erfahrungen im Schienenersatzverkehr zurückgreifen. Deshalb setzen wir auf ein bewährtes Verkehrskonzept mit erprobten Routen und gut abgestimmten Anschlüssen. Unser Ziel ist es, unseren Fahrgästen auch während der Bauarbeiten eine verlässliche und möglichst komfortable Reisekette zu bieten.“
Einschränkungen für Anwohner
Die DB InfraGO AG setzt moderne Geräte und Technologien ein, um die Auswirkungen der Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten. Für dennoch auftretende Beeinträchtigungen dankt sie Anwohnenden sowie Reisenden für ihr Verständnis und ihre Geduld.
Das Bauprojekt
Die Sachsen-Franken-Magistrale erstreckt sich über rund 288 Kilometer und verbindet mit den Streckenabschnitten Dresden–Hof und Leipzig–Werdau die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit den Ländern Bayern und Baden-Württemberg. Die DB erneuert die Strecken grundlegend, um sie an die geltenden technischen Rahmenbedingungen und an die künftigen Anforderungen des Regional- und Fernverkehrs sowie des Güterverkehrs anzupassen.
Dabei werden unter anderem 32 Elektronische Stellwerke errichtet sowie 223 Eisenbahnbrücken saniert oder erneuert. Nach dem Ausbau können die Züge dort mit 160 km/h statt wie bisher 120 km/h fahren.
Weitere Informationen zu den Bauvorhaben gibt es unter www.sachsen-franken-magistrale.de.