Die Zukunft im Blick – Sensoren, Drohnen und ein digitaler Zwilling

Wie sicher sind eigentlich unsere Brücken? Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen seit dem Einsturz der Carolabrücke im September 2024 in Dresden. Mit ihr ging nicht nur eine wichtige Verkehrsachse verloren – sondern auch Vertrauen.

Die Elstertalbrücke zeigt, wie man dieses Vertrauen zurückgewinnt. Denn hier kommen seit dem Tag der Wiedereröffnung zukunftsweisende Überwachungs- und Instandhaltungsmethoden zum Einsatz, die für ein Maximum an Sicherheit sorgen. Sie zeigen beispielhaft, wie moderne Technologie zum Erhalt unseres baukulturellen Erbes beitragen kann – und sie zeigen, dass viele Bestandsbrücken besser sind als ihr Ruf. Gerade Gewölbebrücken können fast immer erhalten und saniert werden.

Beispielhafter Auszug aus der Maßnahmekartierung

Beispielhafter Auszug aus der Maßnahmekartierung

Unsichtbare Wächter im Mauerwerk

Die Elstertalbrücke ist eine Ikone unter den historischen Gewölbebrücken. Deshalb wurde ihr Erscheinungsbild bei der behutsamen Generalsanierung kaum angetastet. Doch im Inneren der 100 Jahre alten Steinbögen versteckt sich jetzt hochmoderne Technik. Sensoren messen die Feuchtigkeit im Mauerwerk sowie Längsbewegungen und Ausdehnungen der Fahrbahn.

Die Brücke bekommt ein Gedächtnis

Die wiederkehrende Befliegung mit Drohnen liefert präzise Bilder für den Abgleich mit einem 3D-Modell der Brücke. Dieser digitale Zwilling der Elstertalbrücke, für den jeder Zentimeter des Bauwerks gescannt wurde, enthält alle Informationen aus der jüngsten Sanierung, von reparierten Fugen über verbaute Materialien bis zu eingebauten Sensoren – und er wird kontinuierlich aktualisiert. Statt Akten zu wälzen, kann man sich jederzeit und ortsunabhängig am Rechner einen Überblick über den aktuellen Stand verschaffen.

© Deutsche Bahn AG

Probleme früh erkennen – und schnell handeln

Ein meteorologischer Sensor, einer von vielen Sensoren auf der Brücke

Ein meteorologischer Sensor, einer von vielen Sensoren auf der Brücke

Indem die Verantwortlichen schon auf kleinste Veränderungen umgehend reagieren, tragen sie zum Erhalt des Bauwerkes für kommende Generationen bei. Möglich wird das durch kontinuierliche Überwachung und Prävention. Seit dem Abschluss der Bauarbeiten behält das zuständige Projektteam die Elstertalbrücke immer im Blick und wird schon aktiv, bevor Verformungen sichtbar werden oder Beton bröckelt. Mit Hilfe der modernen Befahranlage können große Bereiche der Gewölbeflächen handnah erreicht und Reparaturen effektiver ausgeführt werden.